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Die Arbeit am Kappzaum

Die Arbeit am Kappzaum ist für mich eines der wichtigsten Bestandteile des Pferdetrainings. Egal ob Reha, Training, Ausbildung oder einfach nur Unterstützung - den Kappzaum möchte ich in der täglichen Arbeit auf keinen Fall missen.


Durch die Arbeit mit dem Kappzaum soll das Pferd seine eigene Balance finden, in jeder Gangart Dehnungsbereitschaft zeigen und den Rücken aufwölben. Ich nenne es häufig: Das Pferd unabhängig von seinem Kopf machen. Das Pferd soll lernen nicht mehr seinen Kopf nachzulaufen, sondern sich ausbalanciert zu bewegen. Gerne kombiniere ich Handarbeit am Kappzaum und Longieren am Kappzaum. In der Handarbeit habe ich die Möglichkeit das Pferd möglichst fein zu unterstützen. An der Longe gucke ich dann wie das Pferd mit der Kreislinie umgeht. Auf die Entfernung kann ich nicht mehr in der Präszision und Feinheit einwirken, wie in der direkten Handarbeit.


Welcher Kappzaum passt auf welches Pferd?

Dazu meine Lieblingsaussage: Es kommt drauf an.


Es gibt Kappzäume mit schweren Beschlägen, mit weichem Nasenriemen oder mit festem, vorgeformten Nasenriemen. Entscheidend ist wie immer, wie es eurem Pferd damit geht. Ich finde es falsch allgemeine Aussagen zu den verschiedenen Kappzäumen zu treffen: Der ist scharf, der ist präzise. Wichtig ist, dass der Kappzaum zu dem passt, was ihr damit vorhabt und natürlich zu eurem Pferd, seiner Kopfform und seinem Ausbildungsstand.


Auf die Idee eine eigene Kappzaum-Sidepull Kombination zu entwickeln kam ich, weil mir einfach nichts so gefiel, wie ich es gerne haben wollte. Es gab Kopfstücke, die nah dran kamen, aber irgendetwas fehlte mir immer.



Mein MeerZaum ist eine Kombination aus Kappzaum und Sidepull, hat einen anformbaren Nasenriemen, ein anatomisches Genickstück, zusätzlich einen weich gepolsterten Kinnriemen mit Führring. Der anformbare Nasenriemen ist weich gepolstert und sorgt dafür, dass der Kappzaum nicht verrutsch, auch wenn er nicht super fest verschallt ist. Der Genickriemen lässt den Ohren großzügig Freiraum und ist dabei breit und weich gepolstert. Der zusätzliche Riemen sorgt dafür, dass der Nasenriemen nicht zu tief rutschen kann.


Ein schwerer Kappzaum sitzt prinzipiell stabiler und wirkt damit präsziser, vielen Pferden ist er allerdings häufig zu schwer. Ein schmaler Kappzaum mit Kette ist leichter und kann feiner wirken, kann aber auch einschneiden, wenn zuviel Druck draufkommt und er sich verdreht.


Darum arbeite ich am liebsten mit meinem MeerZaum, der einen weich gepolsterten, formbaren Nasenriemen hat. Das ermöglicht, dass man den Nasenriemen nicht so eng schnallen muss und er trotzdem nicht verrutscht.


Besonders wichtig ist, dass der Kappzaum einen Backenriemen (nicht Kehlriemen) besitzt, um ein Verrutschen/Verdrehen zu verhindern.


Einige Fragen, die ihr euch (und eurem Pferd) stellen könnt:

  • Wie reagiert mein Pferd auf den Kappzaum?

  • Kann mein Pferd beim Verschließen des Nasenriemen noch gut kauen?

  • Rutscht der Kappzaum?

  • Zeigt es in der Bewegung Auffälligkeiten?

  • Wie präzise kann ich mit dem Kappzaum einwirken?

  • Wie ist der Schweißabdruck des Kappzaums? Entstehen Druckpunkte?

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